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Dieter Schürmann, Pfleiderer Teisnach GmbH & Co. KG

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Neue FSC-Anweisungen zu Falschaussagen und Angabe von Holzarten

Datum: 07.04.2020

FSC hat zwei neue Anweisungen (Advice Notes) veröffentlicht. Besteht Handlungsbedarf? Hier unsere Einschätzung:

ADVICE 40-004-18 - Umgang mit absichtlich falschen FSC-Aussagen

Die Anweisung regelt die Konsequenzen für Zertifikatshalter und Sanktionsmöglichkeiten für den FSC im Falle des unzulässigen Deklarierens von Produkten als FSC-zertifiziert. Für die Zertifikatshalter gibt es bislang die Vorgaben zum Umgang mit nicht-konformen Produkten. Diese neue Anweisung geht einen Schritt weiter: Wird festgestellt, dass der Zertifikatshalter nicht-konforme Produkte absichtlich oder innerhalb der Zertifikatslaufzeit mehr als zwei Mal fahrlässig mit FSC-Aussagen verkauft hat, kann das Zertifikat suspendiert und für die Re-Aktivierung über bestimmte Zeiträume gesperrt werden (blocked status), außerdem drohen Strafgebühren (penalty/compensation fee). Link zur Mitteilung von FSC Deutschland  

Besteht Handlungsbedarf? FSC zeigt einmal mehr, wie wichtig es für Zertifikatshalter ist, die verkaufsseitigen FSC-Aussagen im Griff zu haben. Wir empfehlen jedem Unternehmen, noch einmal zu prüfen, wie sicher das eigene Chain-of-Custody-System ist. Hinterfragen Sie, ob es Lücken gibt, die technisch (ERP-Systeme) oder durch Erhöhung der Sensibilität und Wissensstände der Mitarbeiter geschlossen werden können. Reduzieren Sie das Risiko für FSC-Falschaussagen weitmöglichst. Im jährlichen Audit wird die korrekte Umsetzung geprüft, jedoch in der Regel nicht nach Verbesserungspotential gesucht. Zertifizierungsstellen dürfen prüfen, jedoch nicht beraten. Da es sich bei der neuen Anweisung viel mehr um rechtliche Belange handelt, die das Vertragsverhältnis zwischen Ihnen als Zertifikatshalter und der Organisation FSC betreffen, als um eine Chain-of-Custody-Anforderung, ist unserer Einschätzung nach keine Anpassung Ihrer Verfahrensbeschreibungen erforderlich. FSC hat angekündigt, die Lizenzvereinbarung (Trademark License Agreement) entsprechend zu überarbeiten.  

ADVICE 40-004-19 - Informationen zu den Holzarten in FSC-Produktgruppen

Im FSC-COC-Standard ist beschrieben, dass die Angabe von Holzarten in der FSC-Produktgruppenliste erfolgen muss, wenn diese produktbeschreibend sind (designates the product characteristics). Ein Blick in die FSC-Datenbank, in der auch die Produktgruppenlisten veröffentlicht sind, zeigt, dass diese Regelung sehr unterschiedliche interpretiert wird. Das Spektrum reicht von sehr akribisch angegeben bis gar nicht aufgeführt. Neue Entwicklungen wie das FSC Supply Chain Integrity Programm, die EU-Holzhandelsverordnung, verbesserte wissenschaftliche Analysemethoden und investigative Arbeit von Journalisten und NGOs verdeutlichen, dass die korrekte Angabe der Holzarten immens wichtig ist. Die neue Anweisung schreibt vor, dass für sehr viel mehr FSC-Produktgruppen Holzarten angegeben werden müssen als bisher. Ausgenommen sind nur Produkte aus Recyclingmaterial und Papierkomponenten in zusammengesetzten Produkten wie Laminatfußboden. Link zur Mitteilung von FSC Deutschland

Besteht Handlungsbedarf? Kommt drauf an! Prüfen Sie, ob in Ihrer FSC-Produktgruppenliste Holzarten angegeben sind. Falls nein, müssen diese in Erfahrung gebracht und nachgetragen werden, es sei denn, es handelt sich um Recyclingmaterial oder Papierkomponenten in zusammengesetzten Produkten. FSC räumt ein Jahr Übergangsfrist ein, bis zum 10. März 2021. Sollten FSC oder ASI in der Zwischenzeit bereits Informationen zu den Holzarten anfragen, sind diese innerhalb von 10 Tagen zu beschaffen. Unserer Einschätzung nach ist es insbesondere bei Papierprodukten und dabei insbesondere für Unternehmen, die eine Vielzahl verschiedener Papiere bewegen (z. B. Papiergroßhandel) oder wechselnde Papiersorten im Einsatz haben (z. B. Druckereien) extrem schwierig bis hin zu unmöglich, die Angaben aktuell zu halten. Es entsteht hier ein enormer bürokratischer Aufwand für die Zertifikatshalter und die Zertifizierungsstellen, die die FSC-Datenbankeinträge pflegen müssen. Unserer Meinung nach kann die Anweisung so ausgelegt werden, dass die Daten jeweils zum Audit und bei Anfragen aktualisiert werden müssen, aber nicht fortlaufend. Die Anweisung wurde vom FSC zwar öffentlich konsultiert und uns ist bekannt, dass dabei viele kritische Eingaben gemacht wurden, allerdings wurden diese nicht ausreichend in der Endfassung berücksichtigt. Nun wird es die ein oder andere „kreative Lösung“ geben müssen, um die Anforderungen formell zu erfüllen. 

Die Anweisungen befinden sich in FSC-DIR-40-004 (Stand: 10.03.2020).


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