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Mathias Lehrmann, Kelheim Fibres GmbH

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Wie viele FSC®-Audits sind erforderlich?

Datum: 22.04.2012
Überarbeitung des Standards für die Zertifizierer betrifft auch die zertifizierten Unternehmen. Einflussnahme ist jetzt möglich.

Der FSC-Zertifizierung liegen klar definierte Anforderungen zugrunde. Dies gilt sowohl für die zertifizierten Unternehmen als auch für die Zertifizierer. Der für die COC-Zertifizierung (Produktkette) relevante Akkreditierungsstandard (FSC-STD-20-011) wird derzeit überarbeitet (Entwurf Version 1.1). Im Wesentlichen geht es um die zwei unten aufgeführten Themenfelder. Die öffentliche Konsultation zu den Änderungen läuft bis 10. Juni 2012.

1. Risikobewertung von Outsourcing-Prozessen

Vergibt ein FSC-zertifiziertes Unternehmen materialflussrelevante (Teil-) Prozesse an externe Dienstleister, wird diese Tätigkeit in den Umfang der Zertifizierung des Auftraggebers aufgenommen. Ist dieser Prozess hinsichtlich Vertauschung oder Vermischung von FSC-zertifiziertem mit nicht-zertifiziertem Material risikobehaftet, muss der Zertifizierer des Auftraggebers beim Dienstleister ein Audit durchführen. Die Risikobewertung erfolgt durch den Zertifizierer, auf Basis der im Akkreditierungsstandard vorgeschriebenen Kriterien und Vorgehensweisen. Diese ist bislang relativ statisch und lässt kaum individuelle Bewertungsmöglichkeiten zu. So werden vereinzelt Audits durchgeführt, die im Grunde nicht erforderlich sind, da de facto kein Risiko besteht. Jedoch verlangen die aktuellen Risikobewertungskriterien diese Audits. Im revidierten Standardentwurf sind die Vorgaben für die Risikobewertung von Outsourcing-Prozessen den Gegebenheiten in der Praxis angepasst und erlauben treffendere Beurteilungen. In Anbetracht der Vielfältigkeit der in Frage kommenden Tätigkeiten in den zertifizierungsrelevanten Branchen ist es nicht einfach, bei der Risikobewertung alle Möglichkeiten zu berücksichtigen. Daher macht es Sinn, wenn sich an der Revision nicht nur die Zertifizierer, sondern auch zertifizierte Unternehmen beteiligen.

2. Stichprobe bei Multi-Site-Zertifizierung

Die FSC-COC-Zertifizierung von großen Unternehmen mit mehreren Standorten (Multi-Site) und von Zusammenschlüssen kleiner Betriebe (bislang als Gruppenzertifizierung bezeichnet) basiert auf internen Kontrollen und stichprobenartigen Audits durch den Zertifizierer. Nicht zuletzt hinsichtlich der Kosten für die Zertifizierung ist es entscheidend, wie viele externe Audits durchgeführt werden. Auch hier muss der Zertifizierer eine Risikobewertung durchführen, woraus sich eine Formel für die Stichprobe ergibt. Das System basiert auf dem bei ISO-Zertifizierungen angewendeten Vorgehen. Dennoch gab es in der bisherigen Version des Akkreditierungsstandards einigen Interpretationsspielraum, sodass verschiedene Zertifizierer zu unterschiedlichen Ergebnissen kamen. Die Kernfrage ist, wie viele Audits erforderlich sind, um die Umsetzung der Zertifizierungsanforderungen durch die im Umfang des Zertifikats enthaltenen Standorte bzw. Betriebe und vor allem das interne Auditprogramm des Zertifikatshalters beurteilen zu können. Das bisherige Konzept der vergleichbaren Standorte (Sets of Sites) wurde verworfen und die Risikokriterien überarbeitet. Das Ergebnis ist eine Tabelle, in der verschiedene Kriterien definiert sind, zum Beispiel die Homogenität oder Anzahl der teilnehmen Standorte / Betriebe und neuerdings auch das Funktionieren der zentralen internen Kontrollen. Der Interpretationsspielraum wurde minimiert, sodass die aus der Bewertungstabelle resultierende Stichprobengröße einheitlich ermittelt werden kann. Die Formel und Größenordnung der Stichprobe sind nach wie vor im Rahmen der ISO-Vorgaben, daher wird die Kalkulation vermutlich in den meisten Fällen keine oder nur geringfügig andere Stichprobengröße ergeben als bisher. Jedoch ist nun klarer definiert, wie diese zustande kommt und eine einheitlichere Bewertung wahrscheinlich. Zudem wird die Anzahl der Audits zukünftig erhöht, wenn die internen Kontrollen nicht ausreichend funktionieren. Nach dem Multi-Site Standard zertifizierte Unternehmen und Zertifizierungsgruppen sollten ihre eigene Situation anhand der Tabelle durchrechnen, um zu sehen, ob sich die Stichprobengröße gravierend ändert. Auch hier kann der FSC nicht alle erdenklichen Situationen berücksichtigen, weshalb es umso wichtiger ist, sich als zertifiziertes Unternehmen an der Revision zu beteiligen. Auch positive Rückmeldungen als Bestätigung der vorgeschlagenen Änderungen sind entscheidend, um einzelne ausgeprägte Eingaben zu relativieren.


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